Freitag, 11. Juni 2010
Erlebnisbericht
Letzten Donnerstag war mal wieder Feierabendbier angesagt. Nach dem Sport ist ein kaltes Panaché halt einfach s bescht wo je hets gits. Bierpuristen werden hier entsetzt aufschreien, aber ich kenne halt nichts effizienteres gegen den Durst. Das Lokal: eine unter Werberinnen und Werbern angesagte Bar im Chreis Cheib. Allerdings ohne Fümuar, ergo auch nicht auf zigibeiz.ch. Konsequenterweise war draussen vor der Bar alles voll. Da sassen nicht nur Texter und Grafiker an den Tischen, nein da standen auch Berater (aka Projekt Manager) und Back-Office Büsis auf dem Trottoir rum. An ein Durchkommen war für normale Fussgänger nicht zu denken, ohne in eine seltsame Konversation über das Reinigen von Felsen in den Alpen verwickelt zu werden. Da nützte es auch nichts, vom Personal um 22 Uhr rigoros und ultimativ aufgefordert zu werden, ins Innere zu dislozieren. Obwohl Tische und Stühle weggeräumt und mittels Drahtseil und Vorhängeschloss gesichert wurden, herrschte drinnen an der Theke eine geradezu deprimierende Leere. Das Resultat der Abräum-Aktion war einzig, dass unabhängig von Konfession, Stand und Einkommen alle Zecher auf dem Trottoir standen, was die Situation für unbeteiligte Fussgänger nicht unbedingt verbesserte. Es wurden weiter munter diese komischen kleinen Fläschchen mit Proseco bestellt und draussen konsumiert. Selbstverständlich wurde dazu lustig geraucht und fröhlich gelärmt. Ist nun das prognostizierte Fiasko eingetreten, dass die Lärmklagen exponentiell ansteigen werden? Die Polizei dementiert dies hartnäckig. Was viele Raucher allerdings weit mehr beunruhigt: der nächste Winter kommt bestimmt! Aber was soll's. Echte Kerle trinken eben kein Panaché und bleiben auch bei minus Temperaturen rauchend draussen sitzen!
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